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Implizites Wissen

Das Z-Modell und das impliZ-Projekt

Einsatzbereiche von impliZ

Implizites Wissen und KI

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Was ist implizitem Wissen?

Implizites Wissen ist Wissen, das Menschen in ihrem Handeln leitet, obwohl es ihnen häufig nur teilweise bewusst und sprachlich schwer zugänglich ist. Es zeigt sich in Erfahrungen, Wahrnehmungen und Beurteilungen und prägt, wie Menschen Situationen einschätzen, Entscheidungen treffen und handeln. In Organisationen wirkt dieses Wissen im Verborgenen und zeigt sich beispielsweise in ungeschriebenen Regeln, im Umgang mit Ausnahmen, in der Zusammenarbeit, in Konflikten und Widerständen oder darin, wie Prozesse tatsächlich gelebt werden. Es kann in Daten, Dokumentationen und Prozessbeschreibungen nicht erfasst werden, wirkt aber trotzdem.

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Warum ist implizites Wissen im Zeitalter der KI so wichtig?

KI ist auf den Kontext angewiesen, der ihr zugänglich ist. Ein wesentlicher Teil des organisationalen Kontextes ist jedoch weder in Daten noch in dokumentierten Prozessen enthalten. Im Zeitalter der KI gewinnt implizites Wissen deshalb an Bedeutung: Es schafft eine Grundlage für die Entscheidung, wo KI sinnvoll eingesetzt wird, welcher Automatisierungsgrad zur Organisation passt und welche Bedingungen berücksichtigt werden müssen, damit KI wirksam wird.

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Wie unterscheidet sich implizites Wissen von explizitem Wissen?

Explizites Wissen ist sprachlich formulierbar, dokumentierbar und weitergebbar. Dazu gehören beispielsweise Prozessbeschreibungen, Richtlinien, Strategien oder dokumentierte Daten. Implizites Wissen ist dagegen nur teilweise bewusst und sprachlich schwer zugänglich, obwohl es das Handeln wesentlich mitprägt. Der Unterschied ist für Organisationen entscheidend: Dokumentiertes Wissen zeigt, wie Abläufe, Entscheidungen oder Strategien vorgesehen sind. Implizites Wissen macht verständlich, warum Menschen im konkreten Alltag anders entscheiden, handeln oder von diesen Vorgaben abweichen.

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Wo zeigt sich implizites Wissen in meiner Organisation?

Implizites Wissen zeigt sich besonders dort, wo geplante Veränderungen auf die gelebte Realität treffen: wenn ein ERP-Projekt am Go-live ins Stocken gerät, Prozesse nach der Übergabe an KI anders funktionieren als zuvor oder Mitarbeitende von definierten Abläufen abweichen. Was dabei als Widerstand erscheint, ist häufig das Gewusst-wie des Alltags: Wissen darüber, welche Ausnahmen, Anpassungen und Abstimmungen notwendig sind, damit etwas funktioniert. Wird dieses Wissen nicht einbezogen, fehlt ein wesentlicher Teil dessen, was die Organisation im Alltag trägt.

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Was ist das Z-Modell von impliZ?

Das Z-Modell beschreibt, wie implizites Wissen von der Erkenntnis bis zur Umsetzung für die Organisation nutzbar wird. Es folgt drei Phasen: Freilegen und verdichten – Erkennen und entscheiden – Wirksam machen und evaluieren. Zunächst wird implizites Wissen sichtbar und zu einem Gesamtbild verdichtet. Daraus werden Handlungsfelder erkannt und Entscheidungen getroffen. Anschließend werden die Ergebnisse in die Organisation zurückgeführt, in konkrete Maßnahmen übersetzt und ihre Wirkung evaluiert.

 

Wie macht impliZ implizites Wissen sichtbar und nutzbar?

impliZ arbeitet mit einem eigenständigen Verfahren, das Menschen ihre Erfahrungen, Wahrnehmungen und Beurteilungen ausdrücken lässt, ohne sie durch vorgegebene Fragen zu lenken. Auch schwer zugängliche Einschätzungen und Zusammenhänge werden so sichtbar. Die Ergebnisse werden mathematisch-statistisch zu einer mentalen Landkarte der Organisation verdichtet. So kann implizites Wissen erfasst und operationalisiert werden.

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Wie ist ein typisches impliZ-Projekt strukturiert?

Ein Projekt beginnt mit einem Zielrichtungsworkshop mit Geschäftsführung und Schlüsselpersonen. Danach wird das implizite Wissen in Einzelgesprächen erfasst und psychometrisch verdichtet. Verdichtete, anonymisierte Ergebnisse werden an die Belegschaft rückgekoppelt. Daraus entstehen konkrete Arbeitspakete und nächste Schritte. Die ersten beiden Phasen dauern je nach Umfang und Fragestellung in der Regel vier bis acht Wochen. Regelmäßige Evaluierungen zeigen anschließend, was sich verändert hat.

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Was bedeutet Evaluierung bei impliZ?

Evaluierung bedeutet, nach 12, 24 und 36 Monaten erneut das implizite Wissen zu erfassen, um zu erkennen, was sich in der Organisation verändert hat. Die Ergebnisse werden mit den vorherigen mentalen Landkarten, Erfüllungsgraden und Themen verglichen. So wird sichtbar, welche Maßnahmen wirken, welche Handlungsfelder sich verändert haben und wo neuer Handlungsbedarf entstanden ist. Die mentale Landkarte wird damit zu einem Steuerungssystem neben Kennzahlen: Sie zeigt nicht nur, was sich verändert, sondern auch, was hinter diesen Veränderungen wirkt.

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Wie können die Ergebnisse eines impliZ-Projekts genutzt werden?

Die Ergebnisse aus dem impliziten Wissen der Organisation sind ein weiteres Steuerungsinstrument für die Geschäftsführung. Sie zeigen, was sich hinter Kennzahlen tatsächlich verbirgt. Im Unterschied zu Kennzahlen basieren sie nicht ausschließlich auf Vergangenheitsdaten, sondern bilden ab, wie die Organisation heute wahrgenommen wird und wie der Weg hin zu einer idealen Organisation aussehen kann.

So entsteht eine zukunftsgerichtete Entscheidungsgrundlage aus der Organisation heraus. Gleichzeitig liefern die Ergebnisse den organisationalen Kontext, um zu entscheiden, wo und wie KI sinnvoll eingesetzt wird und welcher Automatisierungsgrad zur Organisation passt.

Die laufende Evaluierung wirkt dabei wie ein Seismograph: Sie zeigt, wo die Organisation auf dem Weg ihrer Veränderung steht und wo neuer Handlungsbedarf entsteht.

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Für wen ist impliZ geeignet und wo wird es eingesetzt?

impliZ richtet sich an Geschäftsführungen und Führungsteams, die vor komplexen Entscheidungen oder Veränderungen stehen und erkennen wollen, was hinter Kennzahlen und Daten in ihrer Organisation wirkt oder den Stand einer Transformation oder eines Projekts laufend messen wollen. impliZ arbeitet für mittelständische und große Unternehmen ebenso wie für einzelne Organisationseinheiten. Der Ansatz hat sich darüber hinaus in Institutionen des öffentlichen Bereichs und bei Interessengruppen bewährt.

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Anwendungsfelder in Organisationen

Organisation und Prozesse
impliZ macht sichtbar, wo die wesentlichen Hindernisse bei Transformationen, KI und Automatisierung oder ERP-Projekten liegen. Daraus werden konkrete Schritte erkennbar, mit denen diese Hindernisse bereits in der Planung berücksichtigt werden können. Durch die laufende Evaluierung des impliziten Wissens basiert die organisationale Weiterentwicklung auf den Erfahrungen, Wahrnehmungen und Beurteilungen der Beteiligten und wird von ihnen mitgetragen.

​Urteilskraft im Zeitalter der KI
Die Erkenntnisse aus dem impliziten Wissen der Organisation zeigen Führungskräften, wo KI am effizientesten eingesetzt werden kann, welcher Kontext für ihre Wirksamkeit wesentlich ist und welchen Automatisierungsgrad die Menschen innerhalb der Organisation mittragen. Gleichzeitig wird sichtbar, welche Maßnahmen notwendig sind, damit Mitarbeitende ihre eigene Urteilskraft erhalten, KI-Ergebnisse einordnen und ihnen begründet widersprechen können.

​Markt und Innovation
impliZ macht die „Hidden Needs“ der Kunden sichtbar und legt Kaufentscheidungs- und Kaufhinderungsgründe offen. In Vertrieb und Kundenservice wird die Perspektive der Kunden mit der Innenperspektive der Vertriebs- oder Servicemitarbeitenden abgeglichen. So werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten sichtbar und Ansatzpunkte für Angebote, Innovation und Kundenansprache erkennbar.

 

 

In welchen Situationen ist impliZ nicht die richtige Lösung?

impliZ ist nicht die richtige Lösung, wenn die Fragestellung rein technisch ist oder bereits eindeutig feststeht, was umgesetzt werden soll, außer es soll ein Projekt darüberhinaus evaluiert werden. Technologieauswahl, Programmierung, Systemarchitektur und technische Implementierung gehören in die Hände der jeweiligen Spezialisten.

impliZ setzt dort an, wo Entscheidungen organisationalen Kontext brauchen. impliZ wird besonders relevant, wenn Prozesse anders funktionieren als vorgesehen, Mitarbeitende informelle Lösungen entwickelt haben oder Kunden anders entscheiden, als Daten erwarten lassen.

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Wie unterscheidet sich impliZ von klassischer Organisationsentwicklung?

impliZ liefert keine fertigen Konzepte von außen. impliZ legt offen, was die Organisation oder ihre Kunden bereits wissen, aber selbst nur schwer aussprechen können.

Dieses implizite Wissen wird in die Organisation zurückgeführt und von den Beteiligten gemeinsam weiterentwickelt. So entstehen Handlungsoptionen aus der Organisation heraus. impliZ schafft dafür den Rahmen und evaluiert die Veränderung durch fortlaufend neuen Input aus dem impliziten Wissen der Organisation.

In diesem Sinne ist impliZ keine klassische Beratung. Die Grundlage für Veränderung entsteht aus der Organisation heraus. impliZ stärkt die Beteiligten darin, Veränderungsprozesse eigenständig zu gestalten und weiterzuführen.

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Warum ist implizites Wissen für den Einsatz von KI wichtig?

KI braucht Kontext. Ein Teil liegt in Daten, dokumentierten Prozessen und Systemen. Ein weiterer Teil steckt im impliziten Wissen der Menschen und der Organisation, in ungeschriebenen Regeln, informellen Lösungen und schwer zugänglichen Einschätzungen, die oft bestimmen, wie ein Prozess tatsächlich funktioniert.

Dieses Wissen kann KI nicht selbst erzeugen. Es bildet den erweiterten Kontext, in dem KI wirksam werden kann.

 

Warum wird implizites Wissen gerade jetzt wichtig, obwohl Unternehmen es bisher kaum beachtet haben?

Durch KI und Automatisierung wird implizites Wissen besonders relevant. Werden Aufgaben und Prozessschritte an Systeme übertragen, können diese nur berücksichtigen, was ihnen zugänglich gemacht wurde. Menschen haben Prozesse bisher laufend an konkrete Situationen angepasst. Ein Servicemitarbeiter umgeht beispielsweise einzelne Prozessstufen, holt telefonisch eine Genehmigung ein und ermöglicht Kulanz, weil er die Bedeutung eines Kunden einschätzen kann.

 

Mit der Automatisierung bekommen solche Mikroentscheidungen ein neues Gewicht. Was Menschen bisher im Alltag korrigiert oder ausgeglichen haben, kann ein automatisierter Prozess nicht einfach wiederholen. Deshalb muss vor der Automatisierung sichtbar werden, welches implizite Wissen einen Prozess trägt und an welchen Stellen menschliche Beurteilung weiterhin notwendig ist.

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Welche Entscheidungen sollten Unternehmen treffen, bevor sie Prozesse an KI übergeben?

Vor der Automatisierung sollte geklärt werden, wo KI tatsächlich sinnvoll eingesetzt wird, welche Prozessschritte sie übernehmen soll und welcher Automatisierungsgrad zur Organisation passt. Ebenso wichtig ist die Entscheidung, welches implizite Wissen für das Funktionieren des Prozesses relevant ist und an welchen Stellen menschliche Urteilskraft erhalten bleiben muss.

impliZ macht diese Zusammenhänge sichtbar und schafft damit eine Grundlage, um zu entscheiden, wo und wie KI in der eigenen Organisation wirksam eingesetzt werden kann.

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