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Der teuerste Fehler passiert lange vor dem Go-live.

Updated: Jul 9


ERP-Projekte werden bis ins Detail geplant. Scope, Budget, Meilensteine, Risiken und der Go-live-Termin sind klar definiert. Technisch scheint alles unter Kontrolle.


Und trotzdem geraten viele Projekte genau beim Go-live ins Wanken.


Nicht, weil die Software nicht funktioniert. Sondern weil Menschen plötzlich mit einem System arbeiten sollen, das ihre tägliche Arbeitsrealität verändert. Sie verlieren ihre gewohnte Handlungssicherheit.


Während der Planung liegt der Fokus fast ausschließlich auf der Technik. Prozesse werden modelliert, Daten migriert und Risiken bewertet. Die Organisationsveränderung läuft parallel – häufig unter dem Stichwort Change Management. Als müsste sie sich später nur noch an das neue System anpassen.


Doch genau hier entsteht der teuerste Fehler.


Ein ERP-System verändert nicht nur Prozesse. Es verändert Gewohnheiten, Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege und eingespielte Zusammenarbeit. Es greift in das Erfahrungswissen ein, das Menschen über Jahre aufgebaut haben und das den Alltag überhaupt erst funktionieren lässt.


Dieses Wissen steht in keinem Prozesshandbuch. Es taucht in keiner Systemanalyse auf. Und genau deshalb wird es in vielen Projekten nicht berücksichtigt.


Der Widerstand beginnt deshalb nicht am Go-live.


Er entsteht Monate früher – in der Planungsphase.


Der Go-live macht lediglich sichtbar, dass über die Organisation hinweg geplant wurde, anstatt sie wirklich zu verstehen.


Wer nur das System einführt, verändert noch keine Organisation.



 
 
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